Infografik Review

Wunderbar! Eine großartige Idee, buntes Papier (oder zumindest den Eindruck davon) zu verwenden, um ein einfaches Chart darzustellen. Das war meine erste Reaktion als ich die Grafik gesehen habe. Aber ich habe mich – wie so oft – von der hohen ästhetischen Qualität blenden lassen.

Die Absicht war es, etwas zum Thema Fasten-High zu sagen. Den Zustand nämlich, den man bei langem Nahrungsentzug durch die Ausschüttung diverser Hormone erreicht, ggf. vergleichbar mit dem Runners-High. Dazu wurde einer Person per Kernspin ins Gehirn geschaut.

  1. Eine Person macht noch keinen Beweis. Aber das ist wirklich kleinlich.
  2. Die hinzugefügten Randgrafiken sind ohne Vorbildung nicht zu verstehen. Ich verstehe sie zumindest nicht. Sie tragen (dadurch, für mich) nichts zum Verständnis der Grafik bei.
  3. Die unterschiedlichen Hormonausschüttungen wurden offensichtlich zusätzlich gemessen (Oder kann man diese bereits im Tomografen sehen? Vielleicht ist das ja die Bedeutung der Randgrafiken?) und deren Drei-Tages-Verlauf als Chart dargestellt. Man kann also sehen, wie hoch welche Ausschüttung zu unterschiedlichen Tageszeiten bei der Testperson war.
  4. Die verbindenden Linien haben ebenfalls keine sich mir direkt erschließende Bedeutung. Ich kann nicht einmal sagen, ob es sich um die Messung zu bestimmten Uhrzeiten handelt, da eine Zeitlinie oder ein anderer Zusammenhang durch die dreidimensionale Darstellung in Kombination mit den verschiedenen Höhen der Charts nicht wirklich sichtbar wird.
  5. Kern der Sache: War die Probandin high? Hier wäre m. E. eine zusätzliche Befragung notwendig gewesen um festzustellen, bei welcher Zusammensetzung des Hormonstatus das Hochgefühl tatsächlich oder gefühlt eintritt. Fühlt man sich high, wenn ein hoher Glykogenspiegel auf einen hohen Adrenalinspiegel trifft? Fühlt man sich am dritten Tag higher als am ersten? Und zum praktischen Nutzen: Ab wann lohnt sich Fasten, wenn ich es auf das Fasten-High abgesehen habe?

Fazit:

Idee und ästhetische Form: Top
Usability und Informationsgehalt: Flop

Autor unbekannt